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Neue Zeit Version 1.0 Holger Impekoven
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From DDR-Presse: Beitraege und Materialien

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Hauptfoto: File:Druckerei Neue Zeit Zimmerstraße Berlin 1986.jpg
Druckerei der "Neuen Zeit" (Union-Verlag), gelegen an der Berliner Mauer in der Zimmerstraße in Berlin 1986. Foto: Goedicke. Quelle: Flickr.
Zur Geschichte der „Neuen Zeit“
von: Holger Impekoven veröffentlicht: 06.06.2011
Die „Neue Zeit“ erschien erstmals am 22. Juli 1945, dem Tag der Gründungsversammlung der CDU[1] in Berlin, zum Preis von 15 Pfennigen und zunächst noch ohne Untertitel. Eine Woche später, am 29. Juli, erhielt sie den Zusatz „Tageszeitung der Christlich-Demokratischen Union Deutschlands“. Im Leitartikel der ersten Ausgabe hieß es optimistisch: „Auf einer nach den Lehren des letzten Jahrzehnts gänzlich erneuerten demokratischen Linie muß man den Leser gewinnen, daß er wieder teilnimmt an der großen öffentlichen Aussprache, die jedes freie Zeitungswesen zu entfalten sucht. Der Leser muß fühlen, daß er in allem, was ihm die Zeitung darbietet, ernstgenommen, ehrlich angesprochen und nicht zu irgendeiner propagandistischen Absicht mißbraucht wird.“[2]

Die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD), zugleich die Lizenzbehörde für die Presse in der SBZ, verfolgte indessen ganz andere Ziele. Die nicht-kommunistischen Parteien und deren Zeitungen sollten im Sinne der „sozialistischen Bündnispolitik“ eine Transmissionsfunktion gegenüber den wenig sozialismusaffinen, so genannten „bürgerlichen“ Bevölkerungsgruppen erfüllen und diese in die als „antifaschistisch-demokratische Umwälzung“ getarnte Sowjetisierung einbinden.[3] Die Geschichte der „Neuen Zeit“ in den ersten Jahren nach ihrer Gründung ist also nur vor dem Hintergrund der Gleichschaltung der CDU in der SBZ/DDR zu verstehen, die hier nicht im Detail nachgezeichnet werden kann, an deren Ende aber die vorbehaltlose Anerkennung der führenden Rolle der SED im Jahre 1952 und die Thesen des „Christlichen Realismus“ standen, denen zufolge der Sozialismus „die beste Möglichkeit zur Verwirklichung der Forderungen Christi und zur Ausübung praktischen Christentums“ bot.[4] Parallel dazu wandelte sich die „Neue Zeit“ unter Aufgabe der eingangs zitierten Prinzipien von einer bürgerlichen Tageszeitung zum Zentralorgan einer „Blockpartei“. Entsprechend gilt für die darauf folgenden Jahre und bis ins Jahr 1989 hinein, dass die Arbeit der „Neuen Zeit“ weitestgehend die eines Transmissionsorgans war, welches die Funktion der CDU im „sozialistischen Mehrparteiensystem“ widerspiegelte und auf der Ebene der Presse umsetzte.

Die folgenden Ausführungen sollen daher der Einordnung „Neuen Zeit“ in ihren politischen Funktionszusammenhang und damit dem Nutzer des DDR-Presseportals zugleich als Lesehilfe dienen. Dargestellt wird zunächst der Prozess der Umwandlung der „Neuen Zeit“, sodann ihre „spezifische“ Rolle und Funktion, die sie – zumindest aus der Sicht der SED-Führung – ausfüllen sollte. Zuletzt wird ein Blick auf im Laufe der Jahre etablierten Anleitungs- und Kontrollmechanismen geworfen, wobei der Schwerpunkt auf den für die Zeitungen der Blockparteien zusätzlich implementierten Instrumenten der Presselenkung liegen wird.[5]

Von der „Tageszeitung“ zum „Zentralorgan“. Die „Neue Zeit“ 1945-1955

Getreu der auf Lenin zurückgehenden Lehre von der „Presse neuen Typs“, die „nicht nur ein kollektiver Propagandist und kollektiver Agitator, sondern auch ein kollektiver Organisator“ zu sein habe,[6] verlangte die SMAD von allen in der SBZ lizenzierten Zeitungen, „beim Wiederaufbau nicht kritisch beiseite zu stehen“, sondern vielmehr „mit[zu]arbeiten und dankbar den Wiederaufbauwillen der sowjetischen Regierung an[zu]erkennen.“[7] Von Beginn an war die Arbeit der „Neuen Zeit“ daher gekennzeichnet von Konflikten mit der Besatzungsmacht um konkrete Inhalte der Berichterstattung wie auch Aufgaben der Massenmedien im Allgemeinen. Ausdruck dieser Konflikte waren nicht zuletzt die dadurch bedingten Personalwechsel in der Redaktion. Schon im Oktober 1945 musste der erste Chefredakteur Emil Dovifat auf Druck der SMAD seinen Rücktritt einreichen. Offiziell zwangen Dovifats NS-Verwicklungen ihn zu diesem Schritt,[8] tatsächlich aber dürfte die wenig sowjetfreundliche, westorientierte Tendenz der „Neuen Zeit“ der Grund dafür gewesen sein.[9] Dovifats Nachfolger wurde der politisch unbelastete Rudolf Pechel.[10] Auch dieser hatte bald darauf massive Eingriffe der SMAD hinzunehmen. Als sich die CDU-Führung Ende 1945 gegen eine entschädigungslose Bodenreform in der SBZ aussprach, befahl Marschall Shukow kurzerhand die Absetzung des CDU-Parteivorsitzenden Andreas Hermes und seines Stellvertreters Walther Schreiber. Auf dem Höhepunkt dieser so genannten „Hermes-Krise“, in der Nacht vom 20. auf den 21. Dezember 1945, legte die SMAD der Redaktion der „Neuen Zeit“ einen kompletten Entwurf der Titelseite für den folgenden Tag vor. Darin war unter anderem ein Leitartikel enthalten, der die Absetzung Hermes und Schreibers als Ergebnis eines Vertrauensverlusts seitens der Parteimitglieder darstellte.[11] Die fingierten Vorwürfe erschienen somit am nächsten Tag als quasi-parteiamtliche Mitteilungen in der „Neuen Zeit“.[12] Daraufhin legte auch Pechel sein Amt als Chefredakteur nieder.[13] Nachfolger wurde sein bisheriger Stellvertreter, Wilhelm Gries.

In den ersten zwei Jahren ihres Bestehens hatte die „Neue Zeit“ zudem unter der Vorzensur durch die SMAD zu leiden. Der Zensor lehne fast jede, selbst kommunalpolitische Nachricht ab oder stelle sie zurück, beklagte sich die Presseabteilung der CDU im Mai 1946 beim neuen Parteivorsitzenden Jakob Kaiser, so dass die „Neue Zeit“ „nur noch ganz allgemeine Notizen herausbringen“ könne.[14] Doch auch die Aufhebung der Vorzensur, die am 27. November 1946 offiziell bekannt gemacht wurde, erweiterte die Spielräume der „Neuen Zeit“ nicht. – Im Gegenteil: „Die Vorzensur“, so der damalige Chefredakteur Wilhelm Gries rückblickend, „war für uns in einer Hinsicht das bequemere Verfahren: Hier trug der Zensor selbst die Verantwortung, anders als später bei der bedrohlicheren Nachzensur.“[15] Denn nunmehr wurde jeder Redakteur persönlich für seine Artikel haftbar gemacht. Für Verstöße gegen die Presserichtlinien der SMAD wurde ein abgestufter Strafenkatalog aufgestellt, der von einfachen Verwarnungen bis hin zu Lizenzentzug und gerichtlicher Verantwortung der Redakteure oder des Verlags reichte.[16] Zeitgleich mit der Aufhebung der Vorzensur mussten sich die Chefredakteure der SBZ-Presse in einer geheimen Erklärung zudem verpflichten, „nur solche Agenturen [zu] benutzen, die wahrheitsgetreu berichten, nämlich ADN, SNB und TASS.“[17] Dies kam faktisch einer Informationsbeschränkung gleich. Der November 1946 markierte damit für die „Neue Zeit“ den Schritt von einer reinen Kontrollpolitik, die über die Zensur missliebige Berichterstattung filterte und nur gelegentlich – wenn auch vehement – inhaltlich direkt eingriff, zu einer Anleitungs- und Lenkungspolitik, die Inhalte durch Informations- und Kaderkontrolle sowie den tatsächlichen oder angedrohten Einsatz von Strafmaßnahmen präjudizierte. Gerade die persönliche Verantwortung der einzelnen Redakteure für ihre Berichterstattung und Kommentare führte schon bald zu weitgehender Selbstzensur. Hinzu kamen individuelle Konsequenzen für die Redakteure, die durch rigorose Auflagensenkungen im Falle einer nonkonformen Berichterstattung verschärft wurden. Das fiel bei der „Neuen Zeit“ besonders ins Gewicht, war deren Auflage von der SMAD doch von Beginn an bewusst gedeckelt worden. Während das Organ der KPD, die „Deutsche Volkszeitung“, schon im Laufe des Jahres 1945 seine Auflage auf beachtliche 350.000 Exemplare hatte erhöhen können, durfte die „Neue Zeit“ die anfängliche Höhe von 100.000 Exemplaren zunächst nicht überschreiten.[18] Erst nach dem Rücktritt Pechels gewährte die SMAD vorübergehend eine Erhöhung der Auflage auf 250.000 Exemplare. Nach Abschaffung der Vorzensur jedoch wurde die Auflage der „Neuen Zeit“ im Laufe des Jahres 1947 insgesamt neunmal im Zuge von Sanktionen herabgesetzt, zeitweise auf eine Menge von nur 20.000 Exemplaren.[19] An dieser Form der Lenkung durch Auflagenkontrolle änderte sich im Prinzip bis zum Ende der DDR nichts. Während die Auflage des „Neuen Deutschlands“ 1989 bei über 1 Million Exemplaren lag, stagnierte die der „Neuen Zeit“ am Vorabend des Mauerfalls bei 113.000.[20]

Der Konflikt zwischen der SMAD und der inzwischen gegründeten SED einerseits und der CDU andererseits eskalierte erneut nach dem überraschend guten Abschneiden der CDU bei den Kreis- und Landtagswahlen in der SBZ am 20. Oktober 1947[21] und der ablehnenden Haltung Jakob Kaisers gegenüber der demokratisch nicht legitimierten Volkskongressbewegung.[22] Die SMAD entschloss sich daraufhin zur Absetzung Jakob Kaisers und griff zeitgleich personalpolitisch in die Redaktion der „Neuen Zeit“ ein. In der Ausgabe vom 21. Dezember 1947 hieß es in einer Mitteilung an die Leser lapidar, „dass sich die Besatzungsmacht genötigt gesehen [habe], dem bisherigen Chefredakteur der „Neuen Zeit“, Herrn Wilhelm Gries, die erteilte Lizenz zu entziehen.“[23] Ein großer Teil der Redaktion folgte ihrem Chefredakteur daraufhin in den Westen.[24]

Die weitere Entwicklung der „Neuen Zeit“ wurde später in offiziellen Stellungnahmen vage umschrieben als „Auseinandersetzungen mit jenen Kräften in der Partei, die zwar nach außen hin für eine ‚Neue Zeit' eintraten, in Wirklichkeit aber nur die Restauration der alten meinten und glaubten, unsere ‚Neue Zeit' dafür missbrauchen zu können.“[25] Zu jenen „restaurativen“ Kräften gehörte offenbar auch Gries' Nachfolger auf dem Posten des Chefredakteurs, Walter Klein, dem man später parteiintern eine „reaktionäre Personalpolitik“ vorwarf. So wurde etwa die Position des Chefs vom Dienst mit dem West-Berliner Paul Bamm besetzt. Außerdem scheint die „Neue Zeit“ unter Missachtung der geltenden SMAD-Richtlinien weiterhin westdeutsche Korrespondentenstäbe unterhalten und ihre Berichterstattung, wenn auch nicht offiziell, auf westliche Agenturen gestützt zu haben.[26] Die Berichterstattung der „Neuen Zeit“ galt daher in den Augen der anpassungswilligen Parteifunktionäre um Otto Nuschke und den langjährigen Generalsekretär und späteren Vorsitzenden Gerald Götting immer noch als wenig zufriedenstellend.[27] In einer von der Partei herausgegebenen Untersuchung zur Berichterstattung der „Neuen Zeit“ im Zeitraum von 1948 bis 1950 wurde später dazu festgestellt: „Der Beitrag, den die ‚Neue Zeit' zur Klärung politisch-ideologischer Fragen leistete, war in der untersuchten Periode gering. So wurde der Klärungsprozeß innerhalb der CDU, den zu beschleunigen die ‚Neue Zeit' berufen gewesen wäre, von ihr im Gegenteil verlangsamt.“[28]

Die von Götting durchgeführten innerparteilichen Säuberungsmaßnahmen trafen daher auch bald die Redaktion der „Neuen Zeit“. Am 11. Februar 1950 begannen die „demokratischen Kräfte“, zu denen die parteiintere Geschichtsschreibung später Journalisten wie Erich Fechtner, Hugo Reinhart, Hans-Werner Gyßling, Werner Skulski und Ulrich Caesar zählte, [29] mit ihrem „ideologische[n] Vormarsch“. Unter dem Vorwand der „Ausschaltung der reaktionären Elemente“[30] wurde Walter Klein durch die Parteileitung von seinem Amt abberufen.[31] Am 23. Juli 1950, zum fünfjährigen Bestehen der „Neuen Zeit“, verkündete Götting stolz, die Zeitung habe nun „den Charakter eines Zentralorgans einer sozialistischen CDU“ gewonnen.[32] Erstmals wurde hier von der „Neuen Zeit“ als einem „Zentralorgan“ der CDU gesprochen, obwohl sie offiziell noch als „Tageszeitung der Christlich-Demokratischen Union Deutschlands“ firmierte. Am 30. Juli 1950 wurde die Bezeichnung „Zentralorgan“ in einem Beschluss des CDU-Hauptvorstands aufgegriffen, der bereits ganz im Geiste der eingangs erwähnten leninistischen Pressetheorie stand. Dort hieß es unter anderem, die Zeitungen der Union, vor allem ihr Zentralorgan, müssten zu „operativ arbeitenden Zeitungen“ werden.[33] Die „Neue Zeit“ sollte sowohl intern als auch nach außen agitatorisch und organisatorisch wirken, sprich: „unsere Partei bei der Gestaltung unserer Republik [unterstützen] und […] die Mitglieder der Union in ihrem Friedenskampf anleiten.“[34]

Werbung für den 6. CDU-Parteitag 1952 in Berlin, Friedrichstraße Ecke Jägerstraße, 15. Oktober 1952. Foto: Gielow. Quelle: Bundesarchiv, Bild 183-16805-0004 / Gielow / CC-BY-SA.

Anfang des Jahres 1951 ordnete Götting dementsprechend an, in der Berichterstattung der Zeitung ein stärkeres Augenmerk auf den Aufbau des Sozialismus zu legen. Den neu eingesetzten Chefredakteuren wurden „Politberater“ zugeordnet, die die Einhaltung der prokommunistischen Linie zu kontrollieren hatten.[35] Nachdem die CDU auf ihrem VI. Parteitag im Oktober 1952 programmatisch ihre Unterordnung unter die SED verkündet hatte, begann noch im Dezember desselben Jahres in der „Neuen Zeit“ eine gründliche Supervision der Arbeit der Redaktion durch Mitglieder des Parteivorstands. Ergebnis dieser Kontrolle war eine Reihe von „Vorschläge[n] zur Verbesserung der Arbeitsweise der Redaktion der ‚Neuen Zeit' und der Gestaltung der Zeitung“, die am 7. Dezember 1954 nahezu unverändert in einen Beschluss des Präsidiums des Hauptvorstands (PHV) der CDU zur Pressearbeit eingingen. Dieser trat mit Beginn des Jahres 1955 in Kraft und sah eine umfangreiche Reorganisation der Arbeitsweise der Redaktion der „Neuen Zeit“ vor.[36] Tägliche Arbeitsbesprechungen und wöchentliche Gesamtredaktionskonferenzen mit Anwesenheitspflicht sollten der Klarstellung ideologischer Richtlinien dienen und zudem die „Zusammenarbeit mit der Parteileitung“ sichern.[37] Das Redaktionskollegium hatte außerdem Monats- und Vierteljahrespläne aufzustellen, die wiederum an die Parteileitung zur Genehmigung weiterzureichen waren.[38] Als die „Neue Zeit“ mit dem 1. Januar 1959 ihren Untertitel endgültig in „Zentralorgan der Christlich-Demokratischen Union Deutschlands“ umwandelte, war dies also nur eine – um mindestens vier Jahre verspätete – Bestätigung eines bereits zuvor vollendeten Prozesses.[39]

„Gewinnt alle christlichen Bürger zur Mitarbeit!“ – Die „spezifische“ Aufgabe der Neuen Zeit in der Presselandschaft der DDR

Der oben erwähnte Beschluss vom 7. Dezember 1954 hatte der CDU-Presse die Aufgabe zugeschrieben, die „christliche Bevölkerung unserer Republik [...] für die Unterstützung der Arbeiterklasse und aller demokratischen Kräfte bei der Sicherung und Weiterentwicklung der für ganz Deutschland beispielhaften demokratischen Errungenschaften der Werktätigen unserer Republik zu gewinnen.“[40] Das bedeutete aber nichts anderes, als die Politik der SED in die Sprache ihrer „spezifischen“, christlich geprägten Zielgruppe zu übersetzen und „ausgehend von der Mentalität dieser Bevölkerungskreise [...] ihre Leser in ihrem geistigen und ökonomischen Umwandlungsprozeß zu sozialistischen Werktätigen zu fördern; sie für die Mitarbeit an allen ökonomischen, politischen und kulturellen Aufgaben des Arbeiter-und-Bauern-Staates zu gewinnen und negative ideologische Faktoren zu überwinden, die spezifisch aus einer bürgerlichen und kleinbürgerlichen Denkwelt herrühren und die Entwicklung der sozialistischen Persönlichkeit hemmen.“[41] Damit galt die „Spezifik“ der Blockparteipresse als adäquat umschrieben. Für die alltägliche Arbeit der Redakteure der „Neuen Zeit“ hieß das konkret, „im gezielten Einsatz der sprachlich-stilistischen Elemente – der Zitate, der Formulierungen, der Metaphern – die christlichen Vorstellungsinhalte der Leser zu aktivieren und für die Erkenntnis der aktuellen politischen Situation sowie die Bewältigung der daraus erwachsenden gesellschaftlichen Aufgaben nutzbar zu machen.“[42] Wem dies in der Redaktion nicht klar genug formuliert war, der konnte auch auf die Ergebnisse einer parteiinternen Konferenz zurückgreifen, die sich im Jahr des Mauerbaus 1961 nochmals intensiv mit Wesen und Aufgaben der Parteipresse befasst und die „spezifische Aufgabe“ der CDU-Presse auf den Punkt gebracht hatte: „Oberster Auftrag an die Mitarbeiter der CDU-Presse: Gewinnt alle christlichen Bürger zur Mitarbeit! Für den Triumph des Friedens – Für den Sieg des Sozialismus!“[43]

Diese Aufgabe erfüllte die „Neue Zeit“ in den Folgejahren offenbar so zufriedenstellend, dass der langjährige Leiter des Presseamts beim Ministerrat der DDR, Kurt Blecha, im Jahre 1975 anlässlich des 30-jährigen Bestehens der „Neuen Zeit“ feststellte: „Die ‚Neue Zeit'[…] führte und führt überzeugend den Nachweis, dass die Ideale des christlichen Humanismus allein im Sozialismus erfüllt werden können. [Sie] verbreitet Kenntnisse und Erkenntnisse zu den großen geistigen Fragen unserer Gegenwart, setzt sich kompromisslos mit der imperialistischen Ideologie, mit allen Formen des politischen Klerikalismus auseinander und fördert auf vielfältige Weise [...] das Bekenntnis ihrer Leser in Wort und Tat zu unserem sozialistischen Vaterland.“[44]

Dass die „Neue Zeit“ überhaupt ihren 30. Geburtstag feiern und bis 1989 weiter erscheinen konnte, war nicht unbedingt selbstverständlich: Denkt man die Lehre vom Bündnis zwischen der Arbeiterklasse und den anderen Klassen als dynamischen Prozess der Überwindung des Kapitalismus und der Schaffung einer klassenlosen Gesellschaft konsequent zu Ende, so bestand die spezifische Aufgabe der CDU-Presse im Grunde in nichts anderem als darin, sich auf längere Sicht selbst obsolet zu machen. Entsprechend lassen sich zeitweilige Pläne der SED für eine Auflösung der Blockparteien nachweisen und auch im Presseamt der DDR stand noch gegen Ende der 1960er-Jahre die mittelfristige Zukunft der Blockparteizeitungen zur Debatte.[45] Tatsächlich aber sollte die CDU-Presse ihre Funktion so bald nicht verlieren.

Der Mauerbau hatte das „demografische Ausbluten des Landes“ gestoppt und damit die „Staatlichkeit“ gefestigt. Der Phase des dynamischen Aufbaus folgte nun die Phase der Stabilisierungsversuche. Die Ablösung Walter Ulbrichts durch Erich Honecker 1971 führte erneut zu einem zunehmenden „sachlichere[n] Arbeitsstil.“[46] Die Dynamik der ideologischen Zielsetzungen war endgültig einer stärkeren realpolitischen Orientierung auf die gesellschaftlichen, ökonomischen und weltpolitischen Sachzwänge gewichen. Dies zeigte sich insbesondere auch in der variableren Politik der SED gegenüber den Kirchen, die entgegen den ursprünglichen Zielen der Staatsmacht bis in die 1980er-Jahre ein bedeutender gesellschaftlicher Faktor war.[47] Vor diesem Hintergrund ist auch die fortdauernde Rolle der CDU-Presse zu verstehen. Die seitens der SED definierten Aufgaben der CDU-Presse unterschieden sich daher in den 1970er und 80er-Jahren kaum von denen der 1950er und 60er-Jahre. Die „Neue Zeit“ solle „Partner bei der Gewinnung von Christen für den Sozialismus sein“, hieß es Mitte der 1980er-Jahre im Presseamt. Dabei gelte es: „negativen Einflüssen auf christliche Bürger im Wissen um deren Spezifik entgegenzutreten, die Erkenntnis zu verbreiten und emotional zu verankern, daß christliche Anliegen erst im friedliebenden, humanistischen sozialistischen System ohne die sie in Ausbeutergesellschaften problematisierenden Antagonismen wahrhaft zu verwirklichen sind, Versehen zu vermeiden, die die Realisierung unserer gemeinsamen Anliegen und Ideale aufhalten könnten.“[48]

Diese Aufgaben erlangten eine umso stärkere Bedeutung als sich seit den frühen 1980er-Jahren solche „Versehen“ häuften und sich unter dem Eindruck der weltpolitischen Lage und der zunehmenden Militarisierung der DDR-Gesellschaft in den evangelischen Kirchengemeinden eine unabhängige Friedensbewegung konstituierte.[49] Die SED reagierte darauf alsbald mit der Bildung einer „einheitlichen Friedensbewegung der DDR“, welche die Wesensgleichheit von Frieden und Sozialismus propagieren sollte.[50] In dieser Friedenspropaganda der SED kam den Organen der CDU, mit denen die stark christlich gefärbten, unabhängigen Friedensgruppen angesprochen werden sollten, eine wichtige Rolle zu. Im Jahr 1983 etwa wurden die Themenschwerpunkte „Christentum und Sozialismus“ und „Friedensbewegung“ in der Berichterstattung der „Neuen Zeit“ zu den offiziellen Feierlichkeiten zum 500. Geburtstag Martin Luthers zusammengeführt. Deren Tenor war, dass „[e]rst der Sozialismus, dessen gesellschaftliche Natur der Frieden ist“, evangelische Christen dazu befreie, „eine Staatspolitik mitzutragen und mitzuverantworten, die am Frieden orientiert ist und dem Frieden dient.“[51] Aufgabe der „Neuen Zeit“ war es dabei auch, den „unmittelbare[n] Zusammenhang zwischen sozialistischer Friedens- und Verteidigungspolitik“ darzulegen.[52] Im Konkreten bedeutete dies natürlich die Rechtfertigung der sowjetischen Rüstungspolitik.[53]

Ähnlich wie im Fall der unabhängigen Friedensbewegung sah im Übrigen auch die Aufgabenstellung der CDU-Presse im Bereich der Umweltschutzbewegung aus. Seit Anfang der 1980er-Jahre veröffentlichte die „Neue Zeit“ auf der dritten Seite eine wöchentliche Rubrik „Umwelt – Gabe und Aufgabe“, die „darauf abzielt[e], möglichst viele Aktivitäten in Sachen Umweltschutz in geregelte Bahnen zu lenken und christliches Engagement für Natur und Umwelt für die CDU zu vereinnahmen.“[54]

Ebenen der Anleitung und Kontrolle

Ein ausgeklügelter Presselenkungsapparat sorgte dafür, dass die „Neue Zeit“ ihre „spezifische“ Aufgabe auch zur Zufriedenheit der SED erfüllte. Das System aus inhaltlicher Anleitung und Informationsbeschränkung und die Mechanismen der Auflagen- und Kaderkontrolle sind andernorts bereits mehrfach detailliert nachgezeichnet worden, so dass an dieser Stelle eine Beschränkung auf die für die Organe der CDU speziellen bzw. zusätzlich gültigen Aspekte genügen kann.[55] Der schon erwähnte Beschluss des Präsidiums des Hauptvorstands der CDU vom 7. Dezember 1954 hatte bereits klare und zugleich sehr bezeichnende Richtlinien zur Gestaltung der ersten Seite der „Neuen Zeit“ vorgegeben: „Links unten eine christliche Stellungnahme, bzw. Meldung christlichen Inhalts.“ Ansonsten sollten die „vom Presseamt gewünschten Schwerpunkte“ umgesetzt werden.[56] Als staatliche Schnittstelle vermittelte dieses „Presseamt beim Ministerpräsidenten der Regierung der DDR“ – formell eine staatliche Einrichtung, de facto aber nur eine nachgeordnete Behörde des SED-Agitationsapparates –[57] die Presseanweisungen der Abteilung Agitation des ZK der SED weiter an die Zeitungen der Blockparteien. Unmittelbar nach der donnerstäglichen „Argumentationssitzung“ der ZK-Abteilung „Agitation“, an der neben den Chefredakteuren der SED-Presse auch der Leiter des Presseamts teilnehmen musste, erhielten die Vertreter der Blockparteipresse[58] im Presseamt ihre Anweisungen zur Berichterstattung. Diese waren dementsprechend nahezu deckungsgleich mit den zuvor von der ZK-Abteilung „Agitation“ ausgegebenen Richtlinien.[59] Als gleichsam letztes Glied in der Anleitungskette erfolgte dann in der „Neuen Zeit“ die bereits erwähnte wöchentliche Gesamtredaktionskonferenz, – auf Anordnung des Parteipräsidiums – jeweils donnerstags um 17.15 Uhr.[60] Dort wurden die Richtlinien des Presseamts schließlich als redaktionsinterne vertrauliche Dienstsache in schriftlicher Form weitergegeben. Jeder Redakteur hatte die Anweisungen zur Kenntnis zu nehmen und musste sie persönlich abzeichnen.

War trotzdem nicht eindeutig zu klären, welcher Tenor der Berichterstattung erwünscht war, sicherten sich die Redakteure zusätzlich bei den zuständigen Stellen ab. Täglich sprach die Nachrichtenabteilung der „Neuen Zeit“ etwa die Platzierung der ADN-Meldungen mit dem Presseamt ab.[61] In Fällen, in denen die Redaktionen eigenständig recherchiert hatten oder die aus politischen Gründen brisant erschienen, wurden die Ergebnisse vielfach auf informellem Wege höchsten Stellen, mitunter Kurt Blecha, persönlich zur Genehmigung vorgelegt. So wurde etwa 1988 ein Artikel der „Neuen Zeit“ über die Eröffnung der ersten McDonald's-Filiale in Budapest dem Presseamt vor Drucklegung zugestellt. Dieses lehnte den Artikel trotz der „kritischen Anmerkungen etwa im Hinblick auf mangelnde Eßkultur“ ab, mit dem Hinweis, „amerikanische Läden seien keine Anregung für die DDR“.[62] Umgekehrt bestand neben den wöchentlichen Anleitungen ein System täglicher und kurzfristiger, meist telefonischer Anweisungen aus der ZK-Abteilung für Agitation oder dem Parteipräsidium der CDU. „Gerade wird ergänzend zu dem bisher Ausgeführten bekannt“, hieß es dann in den Anweisungen der Chefredakteure an die Redaktion. Auch „Tageshinweise des Presseamtes für die Zeitungsherstellung“ sind verbürgt.[63]

Die Einhaltung der Anweisungen durch die Presse der Blockparteien wurde in der Abteilung Lektorat/Lizenzen des Presseamts regelmäßig und systematisch überwacht. So sah der Arbeitsplan der Abteilung ein „Tageslektorat der Zentralorgane und Regionalorgane der befreundeten Parteien entsprechend den zentralen Argumentationshinweisen“ vor.[64] Dazu waren insgesamt sechs Mitarbeiter der Behörde abgestellt. Eigenmächtigkeiten bei Wort- und Bildbeiträgen, mitunter sogar im Seitenlayout wurden im Rahmen der donnerstäglichen Zusammenkünfte im Presseamt beanstandet und tauchten als „Anlage“ zu den internen Hinweisen der Chefredakteure in den Redaktionen der Zeitungen auf.[65] Auch die Abteilung „Befreundete Parteien“ beim ZK der SED verfügte über wichtige Kompetenzen im Bereich der Blockparteipresse. Von der CDU-Führung wurde sie über alle maßgeblichen Beschlüsse des Hauptvorstands zur Pressearbeit unterrichtet.[66] Ferner beauftragte die Abteilung „Befreundete Parteien“ das Presseamt, parallel zur laufenden Kontrolle in regelmäßigen Abständen „Einschätzungen“ der Zentral- und Regionalorgane der Blockparteien unter bestimmten Fragestellungen anzufertigen.[67]

Neben der direkten Anleitung war die Kaderkontrolle ein weiteres wichtiges Element des DDR-Presselenkungssystems. Die Berufsbezeichnung „Journalist“ war in der DDR gesetzlich geschützt und durfte nur von Absolventen einer der beiden staatlich anerkannten Ausbildungsstätten geführt werden – der Sektion Journalistik der Karl-Marx-Universität Leipzig oder der ebenfalls in Leipzig ansässigen Fachschule für Journalistik.[68] Auch die Redakteure der CDU-Presse wurden von der Parteileitung aus den Absolventen dieser Kaderschmieden ausgewählt. Hierzu bedurfte es einer schriftlichen Stellungnahme des für den Bewerber zuständigen Bezirksvorsitzenden der CDU. Im Falle einer positiven Einschätzung folgte eine weitere Überprüfung durch die Abteilung Kaderpolitik des Hauptvorstands und schließlich die offizielle Berufung durch das Sekretariat des Hauptvorstands.[69] Selbstverständlich stellte letzteres danach die Kaderunterlagen in Kopie der Abteilung „Befreundete Parteien“ des ZK der SED zu.[70] Kaum überraschend ist, dass auch das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) mit seinen spezifischen Mitteln der „Aufklärung“ die Konformität der Blockparteipresse überwachte und durch den Einsatz von „Informellen Mitarbeitern“ (IM) die „Sicherung“ der Redaktionen betrieb. Der „Sicherungsbereich Presse“ galt aufgrund der zuvor schon vorgenommen Kaderauslese ministeriumsintern sogar als eher unproblematisch.[71]

Die „Neue Zeit“ 1989 bis 1994

Der Presselenkungsapparat der DDR funktionierte noch bis in den Herbst 1989 hinein reibungslos und effektiv, obgleich die Zeit des politischen Umbruchs für die einzelnen Journalisten immer schwerer erträglich wurde. Ende September 1989 gab der damalige Chefredakteur der Berliner Redaktion der „Neuen Zeit“, Peter Mugay, eine wahrscheinlich treffende Zustandsbeschreibung an Gerald Götting: „[A]us nicht wenigen Gesprächen entnehme ich, daß Grenzen physischer und psychischer Belastbarkeit erreicht bzw. sogar überschritten sind. [...] Während in Reden längst Annäherungen an die Realitäten unseres Lebens möglich sind und praktiziert werden, wird der Schreiber nicht selten u.a. durch verpflichtende Empfehlungen zur Schönfärberei oder zum Verschweigen eine Realitätsferne verordnet.“[72]

Mugays Brief reflektiert nicht nur das individuelle Empfinden der Journalisten, sondern ist auch als Beweis für das ausgeprägte Beharrungsvermögen des in sich geschlossenen Systems zu verstehen, das weiter entgegen der individuellen Wünsche funktionierte, als andere Herrschaftsbereiche bereits der Desintegration anheimfielen. Noch im Oktober 1989 forderte der letzte Agitationssekretär der CDU, Johannes Zillig, in einem Schreiben an Gerald Götting, „disziplinarische Maßnahmen“ gegen Uta Dittmann, Redakteurin bei „Der Union“, einzuleiten, weil deren „politisch schädliche Einflußnahme“ nicht zu dulden sei.[73] Hintergrund war der von Dittmann mitunterzeichnete „Brief aus Weimar“, ein am 10. September 1989 von der thüringischen CDU-Basis veröffentlichtes Papier, das unter anderem gesellschaftliche Offenheit, völlige Reisefreiheit und die Unabhängigkeit der CDU-Presse forderte. Die „Neue Zeit“ verweigerte zunächst kategorisch dessen Abdruck. Erst nachdem das Papier in der Westpresse für Aufsehen sorgte, wurde es am 26. Oktober im Zentralorgan der Partei veröffentlicht.[74] Insgesamt aber vermochte es die Berichterstattung der „Neuen Zeit“nicht, ähnlich wie bei den anderen Tageszeitungen der DDR, mit den politischen Veränderungen des Jahres 1989 Schritt zu halten.[75] Im Zuge der Vereinigung der beiden deutschen Staaten wurde die „Neue Zeit“ von der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ mit dem Ziel übernommen, aus dem ehemaligen Zentralorgan eine überregionale Qualitätszeitung für die neuen Länder, eine Art „Ost-FAZ“ zu machen. Das Experiment scheiterte: Mit der Ausgabe vom 5. Juli 1994 stellte die „Neue Zeit“ ihr Erscheinen aus wirtschaftlichen Gründen ein.[76]

Zusammenfassung und historische Einordnung

Nach ihrer zunächst von der SMAD und SED und schließlich auch parteiintern betriebenen Umwandlung von einer Tageszeitung zum Zentralorgan sollte die „Neue Zeit“ eines von vielen Transmissionsorganen der SED-Führung sein. Ausweislich der verfügbaren Quellen hat sie diese Funktion aus Sicht ihrer Machthaber auch weitestgehend zur Zufriedenheit ausgefüllt. Von Zeitgenossen und nicht zuletzt von den Journalisten der CDU-Presse selbst ist hingegen immer wieder geltend gemacht worden, die „Neue Zeit“ habe in der „Nischengesellschaft“ der DDR auch andere Aufgaben wahrgenommen. Das „Sonntagswort“ etwa sei eine in der DDR-Presselandschaft einmalige Erscheinung gewesen. Auch auf die Tatsache hin, dass die „Neue Zeit“ die einzige Tageszeitung mit einem am Samstag erscheinenden Anzeigenteil und privaten Automarkt gewesen sei, wird hervorgehoben. Besonders betont werden auch die Gestaltungsräume, die der bei der Leserschaft angesehene Kulturteil geboten habe, gleichsam als eine Spielwiese für die im heimlichen Dissens arbeitenden CDU-Redakteure.[77] Doch wie war es um diese „Nischen“ tatsächlich bestellt? Etwa wenn eine Serie über die Kirchenmusik in der DDR nur unter der Bedingung erscheinen konnte, wenn auch der „Mißbrauch der Kirchenmusik für antisozialistische Zwecke (Beat-Messen [...] u.ä.)“ erwähnt wurde.[78] Der Spielraum der Zeitungen fand seine Grenzen immer dort, wo die Substanz der SED-Herrschaft betroffen war – und im Angesicht der Mangelwirtschaft waren diese recht häufig schnell erreicht. Die CDU-Zeitung „Thüringer Tageblatt“ wurde etwa anlässlich der Leipziger Frühjahrsmesse 1983 folgendermaßen kritisiert: „Der Bericht über elektrische Haushaltsgeräte, die auf der Leipziger Messe ausgestellt werden, ist fehl am Platze. Es handelt sich meist um Haushaltsgeräte, die bei uns schwer zu haben sind.“[79] Und auch das erwähnte „Sonntagswort“ hatte natürlich, so legten es die parteiinternen Richtlinien fest, der Transmission der SED-Ideologie in den christlichen Vorstellungsbereich durch „sozialkritische“ Bibelauslegung zu dienen.[80]

Sicherlich wird es nicht ausreichen, die Wirkungsgeschichte der gelenkten Presse in der DDR eindimensional auf die Ebene der von den Machthabern intendierten Funktion zu beschränken. Die Strukturen der Öffentlichkeit, auch die einer „verordneten Öffentlichkeit“,[81] sind stets vielschichtiger und eröffnen diffizile Fragestellungen, unten denen die Frage der Rezeption – des „Zwischen den Zeilen-Lesens“ – eine wesentliche, wenngleich für den Historiker aus der Retrospektive stets schwierig zu beantwortende ist. Welche Funktion erfüllte die „Neue Zeit“ für ihre Leser? Lief diese den Absichten der SED entgegen? Oder trug die „Neue Zeit“, gerade weil sie vermeintliche Spielräume eröffnete und Nischenthemen besetzte, sogar zur Stabilität in der „heilen Welt der Diktatur“ (Stefan Wolle) bei?[82] Diese und andere offene Fragen müssen letztlich in weitergehenden Untersuchungen geklärt werden, für die das Portal zur Presse in der DDR eine Grundlage bietet.


Anmerkungen

  1. Im Folgenden meint das Kürzel „CDU“ stets die „Christlich-Demokratische Union“ in der SBZ/DDR. Auf den Zusatz „Ost-“ wird verzichtet.
  2. Unsere Zeitung-Neue Zeit, in: Neue Zeit, 22.7.1945. Der Verfasser hat bei der Recherche für diesen Artikel z.T. auf die seinerzeit von der „Neuen Zeit“ selbst erstellte Zeitungsausschnittsammlung zurückgegriffen (ACDP, Bestand Archiv ‚Neue Zeit‘ (NZ)), die jedoch mehrheitlich nicht mit Seitenangaben versehen ist. Im Folgenden werden Artikel aus der „Neuen Zeit“ daher stets mit Erscheinungsdatum und Titel identifiziert.
  3. Siehe dazu Artikel „Bündnispolitik“, in: DDR-Handbuch, hrsg. vom Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen, 2 Bde., Köln 1985, S. 249; Dietrich Staritz, Die Gründung der DDR. Von der sowjetischen Besatzungsherrschaft zum sozialistischen Staat, München 1987, S. 63-75.
  4. Zur Geschichte der CDU in der SBZ/DDR bis 1952 siehe Ralf Thomas Baus, Die Christlich-Demokratische Union Deutschlands in der sowjetisch besetzten Zone 1945-1948. Gründung, Programm, Politik, Düsseldorf 2001; Michael Richter, Die Ost-CDU 1948-1952. Zwischen Widerstand und Gleichschaltung, Düsseldorf 1991; Alexander Fischer/Manfred Agethen, Die CDU in der sowjetisch besetzten Zone/DDR, 1945-1952, St. Augustin 1994.
  5. Die meisten Aussagen gelten dabei mutatis mutandis auch für die hier nicht eigens erwähnten fünf ehemals Landes- später Regionalorgane der CDU: Der Demokrat (Erscheinungsort Schwerin, Auflage im Jahr 1989: 18.200), Märkische Union (Potsdam, 3.900), Die Union (Dresden, 63.000), Der Neue Weg (Halle, 37.100), Thüringer Tageblatt (Weimar, 31.700).
  6. Zitiert nach Hermann Budzislawski, Sozialistische Journalistik. Eine wissenschaftliche Einführung, Leipzig 1966, S. 102.
  7. Forderungen des Chefs des „Nachrichtenbüros der Sowjetischen Militärverwaltung“, Tugarinow, zitiert nach Peter Strunk, Zensur und Zensoren. Medienkontrolle und Propagandapolitik unter sowjetischer Besatzungsherrschaft in Deutschland, Berlin 1996, S. 103; Günter Raue, Geschichte des Journalismus in der DDR (1945-1961), Leipzig 1986, S. 69f. Raue formuliert zu dieser Taktik aus der Sicht des DDR-Historikers: „Es zeigt sich also, dass die historische Situation […] zur Isolierung und Entmachtung der Monopolbourgeoisie neben der Presse der Arbeiterklasse zwingend auch nichtproletarische demokratische Zeitungen verlangen.“
  8. Dovifat hatte als Zeitungswissenschaftler im Auftrag Görings Vortragsreisen unternommen. Siehe Strunk, Zensur und Zensoren, S. 130.
  9. An dieser Stelle ist ein Hinweis für den Leser der Ausgaben der „Neuen Zeit“ aus den Jahren 1945/46 angebracht. Die Kritikpunkte der SMAD lassen sich wegen der praktizierten Vorzensur anhand der veröffentlichten Ausgaben der „Neuen Zeit“ natürlich nur teilweise nachvollziehen. Eine große Anzahl von der Zensur beanstandeter und nicht veröffentlichter Artikel findet sich im Archiv für Christlich-Demokratische Politik (ACDP) in St. Augustin, Signatur VII-012-920.
  10. Pechel, ehemals Chefredakteur der literarischen Monatszeitschrift „Deutsche Rundschau“, war 1942 ins KZ Sachsenhausen eingeliefert worden. Siehe Strunk, Zensur und Zensoren, S. 131.
  11. Siegfrid Suckut, Der Konflikt um die Bodenreformpolitik in der Ost-CDU 1945, in: Deutschland-Archiv 15 (1982) 10, S. 1080-1095.
  12. Wechsel in der Union – Klärung, in:„Neue Zeit“, 21.12.1945; Wechsel in der Union – Der Hergang, in: „Neue Zeit“, 21.12.1945.
  13. ACDP VII-012-923 (Archiv für Christlich-Demokratische Politik), Pechel an Kaiser, 27.12.1945. Der eindringliche Brief ist auch ein Dokument des persönlichen Drucks auf die Journalisten. Offensichtlich befand sich Pechel am Rande seiner physischen wie psychischen Belastbarkeit: „Ich will aber nicht verhehlen, dass […] bei Fortdauer des politischen Drucks auf die Zeitung mein Arzt nicht seine Einwilligung geben wird, dass ich mein Amt behalte, da ich dabei kaputt gehen würde.“
  14. ACDP VII-012-920, Hausmitteilung: Presseabteilung an Kaiser, 24.5.1946; ähnlich ACDP VII-012-920, Schriftleitung „Neue Zeit“: Karl Brammer an Kaiser, 27.5.1946.
  15. Wilhelm Gries, Der Zensor „befahl“ die Schlagzeile, in: Der Tagesspiegel, 23. Juli 1995. Eine ausführlichere Version von Gries’ Erinnerungen unter dem Titel „Unter sowjetischer Zensur“ findet sich in dessen Nachlass ACDP I-297-004.
  16. ACDP VII-012-920, Richtlinien für die Lizenzinhaber der deutschen periodischen Presse.
  17. ACDP VII-012-920, Gries an Kaiser, 27.11.1946. Das „Sowjetische Nachrichtenbüro“ (SNB) war bereits im Mai 1945 gegründet worden und unterstand der SMAD. Der „Allgemeine Deutsche Nachrichtendienst“ (ADN) war am 10. Oktober 1946 von den 16 Gesellschaftern der Zeitungsverlage in der SBZ gegründet worden. Die Besitzverhältnisse garantierten allerdings ein klares Übergewicht der SED und somit deren Kontrolle über die Nachrichtenagentur. Zum SNB siehe: Strunk, Zensur und Zensoren, S. 116-124. Zum ADN siehe Michael Minholz/Uwe Stirnberg, Der Allgemeine Deutsche Nachrichtendienst (ADN). Gute Nachrichten für die SED, München 1995.
  18. Strunk, Zensur ohne Zensor, S. 78.
  19. Dies geschah zwischen dem 31. Mai und 2. Juni 1947, Siegfried Suckut, Art. „CDU“, in: Martin Broszat/Hermann Weber (Hrsg.), SBZ-Handbuch, Staatliche Verwaltung, Parteien, gesellschaftliche Organisationen und ihre Führungskräfte in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands 1945-1949, München 1990, S. 515-543, hier S. 542.
  20. Bundesarchiv Berlin (BArch), DC 9/525, Die Lizenzentwicklung der CDU-Presse 1977-1989.
  21. Stephan Zeidler, Entstehung und Entwicklung der Ost-CDU 1945-1989. Zum Wandlungs- und Gleichschaltungsprozess einer Blockpartei, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, Nr. 16-17/96, 12. April 1996, S. 22-30, hier S. 23f.; Manfred Agethen, Der Widerstand der demokratischen Kräfte in der CDU gegen den Gleichschaltungsdruck von sowjetischer Besatzungsmacht und SED, 1945-1952, in: Fischer/Agethen, Die CDU in der sowjetisch besetzten Zone/DDR, S. 21-44, hier S. 24f. Die CDU erlangte im Durchschnitt ein Viertel aller Stimmen. In Großberlin wurde sie hinter der dort noch zugelassenen SPD und noch vor der SED zweitstärkste Kraft. Die SED konnte in keinem Landtag die absolute Mehrheit erzielen.
  22. Die Volkskongresse dienten offiziell als Gremium zur Schaffung einer gesamtdeutschen Repräsentation, sollten aber vor allem die Haltung der Sowjetunion auf der Londoner Außenministerkonferenz unterstützen. Ihre Teilnehmer wurden von der SMAD und der SED ausgewählt. Hermann Weber, Die DDR 1945-1990, München 2006, S. 19.
  23. „Neue Zeit“, 21.12.1947, Die Vorgänge in der Union.
  24. Gries wurde 1948 Chefredakteur der Berliner Zeitung „Der Tag“, dessen Lizenzträger Jakob Kaiser war: ACDP, Archiv NZ, 30 Jahre NZ, „Chefredakteure der Neuen Zeit seit 1945“. Die von Kaiser gegründete „Exil-CDU“ plante, den „Tag“ in der SBZ zu vertreiben und damit die „Neue Zeit“ zu ersetzen. Richter, Die Ost-CDU, S. 61.
  25. ACDP, Archiv NZ, 30 Jahre NZ, Rede des Chefredakteurs Zillig während der Feierstunde zum 30. Jahrestag der Gründung der „Neuen Zeit“.
  26. ACDP, Archiv NZ, 30 Jahre NZ, „Chefredakteure der Neuen Zeit seit 1945“.
  27. Richter, Die Ost-CDU, S. 377. Götting war von 1966 bis 1989 Parteivorsitzender, zuvor Generalsekretär der CDU.
  28. Hans Kistner, Die politisch-ideologischen Auseinandersetzungen in der CDU (1948-1950) und ihre Widerspiegelung im Zentralorgan der Partei „Neue Zeit“, hrsg. vom Hauptvorstand der CDU, Berlin, ohne Jahresangabe, S. 46.
  29. Ebd., S. 35.
  30. Ebd., S. 47.
  31. ACDP, Archiv NZ, 30 Jahre NZ, „Chefredakteure der Neuen Zeit seit 1945“. Nachfolger Kleins wurde bei der „Neuen Zeit“ Martin Preikschar, der noch im Dezember desselben Jahres, „als Feind der Republik entpuppt“, zurücktreten musste.
  32. Zum Jubiläum der NZ, in: „Neue Zeit“, 23.7.1950.
  33. Beschluss des CDU-Hauptvorstandes, zitiert nach „Neue Zeit“, 30.7.1950, An alle Mitglieder der Union.
  34. Ebd.
  35. Richter, Die Ost-CDU, S. 314.
  36. ACDP VII-012-1646, „Vorschläge zur Verbesserung der Arbeitsweise der Redaktion der ‘Neuen Zeit’ und der Gestaltung der Zeitung“ sowie ebd., Beschluss des PHV vom 7.12.1954: „Die CDU-Presse“.
  37. ACDP VII-012-1646, „Vorschläge ...“, S. 2.
  38. ACDP VII-012-1646, Beschluss des PHV: „Die Presse der CDU“, S. 2.
  39. ACDP, Archiv NZ, 30 Jahre NZ, „Wissenswertes aus der Geschichte der Neuen Zeit“.
  40. ACDP VII-012-1646, Beschluss des PHV vom 7.12.1954: „Die CDU-Presse“.
  41. Johannes Dieckmann, Die spezifische Funktion der Presseorgane der anderen Blockparteien beim umfassenden Aufbau des Sozialismus, in: Leipziger Universitätsreden 29/1965, S. 17, zitiert nach Raue, Geschichte des Journalismus, S. 187.
  42. ACDP VII-012-910, „Spezifische Funktion und Arbeitsweise der Presse der Christlich-Demokratischen Union Deutschlands im journalistischen System der DDR (unter besonderer Berücksichtigung der Entwicklung der CDU-Presse in den Jahren 1957 bis 1961)“, S. 181.
  43. ACDP VII-012-1646, „Thesen zur Arbeit der Presse der Christlich-Demokratischen Union“ - schriftliche Empfehlungen an das PHV der CDU vom 16.5.1961.
  44. ACDP, Archiv NZ, 30 Jahre NZ, Blecha an die Redaktion der „Neuen Zeit“, 22.7.1975.
  45. Peter Joachim Lapp, Die „befreundeten Parteien“ der SED. DDR-Blockparteien heute, Köln 1988, S. 71; Siegfrid Suckut, Die DDR-Blockparteien im Lichte neuer Quellen, in: Jürgen Weber (Hrsg.), Der SED-Staat: Neues über eine vergangene Diktatur, München 1994, S. 99-198, hier S. 106; BArch, DC 9/541, Entwicklung der Tageszeitungen der Blockparteien für den Zeitraum 1968-1970, 9.2.1967.
  46. Weber, Die DDR 1945-1990, S. 80.
  47. Siehe dazu u.a. Stefan Wolle, Die heile Welt der Diktatur. Alltag und Herrschaft in der DDR 1971-1989, Bonn 1998, S. 247-255; Erhart Neubert, Geschichte der Opposition in der DDR 1949-1989, Bonn 1997, S. 248-323.
  48. Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv Berlin (BArch-SAPMO), DY 30/vorl. 33075, Einschätzung der Themenpläne 1985 der Kirchenverlage und der CDU [Abt. Befreundete Parteien, o.D.].
  49. Zur Entstehung und Entwicklung der Friedensbewegung siehe Wolle, Die heile Welt der Diktatur, S. 256-271 sowie Gerd Poppe, Art. „Friedensbewegung“, in: Rainer Eppelmann (Hrsg.), Lexikon des DDR-Sozialismus, München 1983, S. 288-291.
  50. BArch-SAPMO, DY 30/vorl. 33074, Einschätzung des Zentralorgans der CDU Neue Zeit, 11.1.1983. Siehe dazu auch Wolle, Die heile Welt der Diktatur, S. 266-268.
  51. Luthers bleibende Leistung umfassend gewürdigt, in: „Neue Zeit“, 21.10.1983; Siehe dazu ausführlich Holger Impekoven, „Gewinnt alle christlichen Bürger zur Mitarbeit!“ Die CDU-Presse in der SBZ und DDR, in: Ders./Victoria Plank, FeigenBlätter. Studien zur Presselenkung in Drittem Reich und DDR, Münster 2004, S. 119-240, hier S. 218-233.
  52. BArch-SAPMO, DY 30/vorl. 33074, Einschätzung des Zentralorgans der CDU Neue Zeit, 11.1.1983.
  53. Entsprechend ACDP, Archiv NZ, Vertrauliche Informationen, 12.10.1983: „Bei allen Überlegungen [der Berichterstattung zu Friedensfragen, H.I.] ist stets die Rolle der Sowjetunion herauszustellen, die tiefe Verbundenheit mit ihr zu unterstreichen.“
  54. Lapp, Die „befreundeten Parteien“ der SED, S. 114.
  55. Exemplarisch Gunter Holzweißig, Zensur ohne Zensor. Die SED-Informationsdiktatur, Bonn 1997.
  56. ACDP VII-012-1646, „Vorschläge ...“, S. 6f.
  57. Gunter Holzweißig, Das Presseamt des DDR-Ministerrats. Agitationsinstrument der SED, in: Deutschland Archiv 25 (1992) 5. S. 503-512, hier S. 512.
  58. Dies waren die Chefredakteure der Zentralorgane und die Agitationssekretäre der Parteien. Ebd., S. 508.
  59. Dies ergibt ein Vergleich der Mitschriften aus der Donnerstags-“Argu“ in: Ulrich Bürger (Pseudonym), Das sagen wir natürlich so nicht! Donnerstags-Argus bei Herrn Geggel, Berlin 1990, mit Anweisungen des Presseamts in ACDP, Archiv NZ, Vertrauliche Informationen. Die Identität beschränkte sich nicht nur auf inhaltliche Übereinstimmung, sondern umfasste sogar die Reihenfolge der Tagesordnungspunkte und mitunter den Wortlaut.
  60. ACDP VII-012-1646, „Vorschläge ...“, S. 2.
  61. Lapp, Die „befreundeten Parteien“ der SED, S. 128.
  62. ACDP VII-012-3747, Mugay an Götting, 31.5.1988. Zahlreiche weitere Belege für diese Praxis finden sich in den Akten, etwa BArch, DC 9/715, Eberle [Chefredakteur der Neuen Zeit] an Blecha, 20.12.1984, mit einer Vorlage der „Weihnachtsbetrachtung“.
  63. ACDP, Archiv NZ, Vertrauliche Informationen, 30.8.1984; ACDP VII-012-3465, Aufgaben und Arbeitsweise der Berliner Redaktion der CDU-Presse, 2.11.1983; Ebd., Dienstbesprechung der Chefredakteure der CDU-Presse, 9.12.1981.
  64. BArch, DC 9/10, Arbeitsplan der Abteilung Lektorat/Lizenzen, Mai-Juni 1983.
  65. Beispiele in Impekoven/Plank, Feigenblätter, S. 305ff.
  66. BArch-SAPMO, DY 30/vorl. 22834 und 33075.
  67. BArch-SAPMO, DY 30/vorl. 33074, Einschätzung des Zentralorgans der CDU Neue Zeit.
  68. Art. „Journalist“, in: Wörterbuch der sozialistischen Journalistik, hrsg. von der Karl-Marx-Universität Leipzig (Sektion Journalistik)1981, S. 111; Siehe dazu auch Brigitte Klump, Das rote Kloster: Als Zögling in der Kaderschmiede des Stasi, Frankfurt a. M. 1993.
  69. ACDP VII-012-3465, „Einstellungsordnung für Redakteure bis einschl. Redaktionsassistenten der CDU Presse“, 15.5.1961.
  70. BArch-SAPMO, DY 30/vorl. 22834 und 33075.
  71. Siehe dazu Ulrich Kluge/ Steffen Birkefeld/Silvia Müller, Willfährige Propagandisten. MfS und Bezirksparteizeitungen: „Berliner Zeitung“, „Sächsische Zeitung“, „Neuer Tag“, Stuttgart 1997, S. 116. Zur operativen Bedeutungslosigkeit des Sicherungsbereichs Presse für das MfS vgl. auch „Politisch-operative Einschätzung zum Sicherungsbereich Massenmedien, Presse- und Verlagswesen, Kulturobjekte und Blockparteien“, in: Ebd., S. 131f.
  72. VII-012-3747, Mugay an Götting, 29.9.1989.
  73. ACDP VII-012-3465, Zillig an Götting, 2.10.1989.
  74. Siehe dazu ausführlich Manfred Agethen, Unruhepotentiale und Reformbestrebungen an der Basis der Ost-CDU im Vorfeld der Wende. Der „Brief aus Weimar“ und der „Brief aus Neuenhagen“, in: Historisch Politische Mitteilungen 1 (1994), S. 89-114.
  75. Dies beschreibt ausführlich Olaf Quandt, Die Rolle der Zeitungen beim Umbruch in der DDR, Magisterarbeit, MS, Bonn ohne Jahresangabe
  76. Die zeitungseigene Pressedokumentation und Teile der Redaktionsakten gerieten danach an das Archiv für Christlich-Demokratische Politik in St. Augustin bei Bonn, wo der Verfasser dieses Artikels sie 1997/98 erstmals auswerten konnte.
  77. Dies suggeriert Lapp, Die „befreundeten Parteien“ der SED, S. 128, bei seiner Darstellung der Neuen Zeit. Vgl. auch die Beiträge in der Diskussion zum Wikipedia-Eintrag „Neue Zeit“ http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Neue_Zeit (letzter Zugriff: 30.1.2011).
  78. ACDP VII-012-3747, Niggemeier an Hanke, 26.8.1980.
  79. ACDP, Archiv NZ, Vertrauliche Informationen, 3.3.1983; weitere Belege in Barch, DC 9/715, Korrespondenz des Presseamts mit den Redaktionen der Blockparteizeitungen.
  80. ACDP VII-012-910, „Spezifische Funktion und Arbeitsweise …“, S. 181.
  81. Wolle, Die heile Welt der Diktatur, S. 136.
  82. Zu dieser Fragestellung Ebd., S. 126; Impekoven, FeigenBlätter, S. 241-248.
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