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Created by Karsten on 26 June 2013, at 14:22

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Kampfgruppe

Die Kampfgruppen der Arbeiterklasse, oder auch Betriebskampfgruppen genannt, waren paramilitärische Einheiten, die sich aus Beschäftigten der Betriebe der DDR zusammensetz-ten. 1952 gegründet, sollte die Herrschaft des Proletariats auf diese Weise auch militärisch gezeigt und vor allem gesichert werden. Da sich die Kampfgruppen gerne als das „Schwert der Partei“ verstanden, wurde zunächst noch auf die Parteizugehörigkeit der einzelnen KG-Mitglieder geachtet. Doch schon 1954 brach dies auf und es wurden auch "zuverlässige" Parteilose aufgenommen. Gerade nach dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953 wurden die Kampfgruppen (KG) noch stärker in die Betriebe integriert, um künftigem Widerstand gegen das Regime direkt entgegenwirken zu können. Auch beim Bau der Mauer 1961 waren Betriebs-kampfgruppen tatkräftig an der Sicherung der Baumaßnahmen beteiligt. Neben dem Schutz der Betriebe bestanden die Aufgaben der Kampfgruppen in der Wahrung der inneren Sicherheit. Außerdem hatten sie im Krisen- bzw. Kriegsfall die NVA zu unterstützen. Zu diesem Zweck waren die KG wie Armee-Einheiten ausgestattet und agierten auch entsprechend. Neben Pistolen und Maschinengewehren gehörten auch Granatwerfer, Flugabwehrkanonen und sogar leichte Schützenpanzer zur Ausrüstung. Als potenzielle Gefechtseinheit innerhalb der NVA nahmen die Kampfgruppen auch an Manövern teil, es gab Auszeichnungen und Zuwendungen, und sie waren militärisch organisiert und gegliedert. Formell unterstanden sie der Abteilung Sicherheit im ZK der SED. Die Kampfgruppen hatten Mitte der 1960er-Jahre eine permanente Stärke von ungefähr 180.000 Mann. Frauen waren nur vereinzelt in den KG tätig. Ihre Tätigkeit beschränkte sich auf den Sanitäts- und Verwaltungsdienst.
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