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Jugendwerkhof

Der Jugendwerkhof war eine staatliche Einrichtung für schwererziehbare Jugendliche und damit Teil des Systems der Spezialheime der Jugendhilfe in der DDR. Die Insassen beiderlei Geschlechts waren zwischen 14 und 18 Jahren alt und meist auffällig geworden aufgrund von Disziplinlosigkeiten: Sie waren mit Schule, Betrieb, Polizei oder anderen Institutionen in Konflikt geraten. Vereinzelt hatten sie auch kleinere Straftaten begangen. Eingewiesen wurden ebenso politisch renitente Jugendliche, denen keine konkrete Straftat nachgewiesen werden konnte. Ziel des Jugendwerkhofs war die Umerziehung im Sinne des sozialistischen Gesellschaftsbildes durch produktive Arbeit, um systemkonformes Verhalten zu erreichen. Die Pädagogik, die auf den Ideen von A. S. Makarenko fußte, war an der Kollektiverziehung ausgerichtet, erstreckte sich in der Praxis aber in erster Linie auf Gewalt und Disziplinierung. Das Scheitern dieser autoritären Erziehung, die klar gegen die Menschenrechte wie auch gegen geltendes DDR-Recht verstieß, zeigt sich besonders in den Berichten ehemaliger Insassen. Seit 2012 existieren Beratungsstellen sowie die Möglichkeit der Rehabilitierung für die „Heimkinder Ost“, die vielfach schwer traumatisiert sind.
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